Minister Bonde besucht erneut das Regionale Waldschutzgebiet mit Erholungswald

Gerade die lichten Wälder seien für ihn sehr interessant, so der Minister, weil diese in seiner Heimat im Schwarzwald schlichtweg nicht zu finden seien.

Auf Einladung seines Grünen-Fraktionskollegen Manfred Kern besuchte Minister Bonde Ende Februar erneut das Regionale Waldschutzgebiet „Schwetzinger Hardt“ und überzeugte sich persönlich von den laufenden Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität innerhalb dieses besonderen Waldgebiets.

Die erste Station führte die Teilnehmenden zu einem Projekt, das die UFB Rhein-Neckar-Kreis gemeinsam mit der FVA durchführt. Zum Erhalt des gefährdeten lichten Weißmoos-Kiefernwaldes am Reilinger Eck wird auf einer Fläche von 11,3 ha die amerikanische Kermesbeere, ein Neophyt, der sich auf den Sandböden der Schwetzinger Hardt besonders wohlfühlt, komplett entfernt. Der für die Arbeiten vor Ort verantwortliche Revierleiter, Gunter Glasbrenner, erklärte die geplante Vorgehensweise des zweistufigen Verfahrens. So wurden im vergangenen Herbst die Pflanzen in körperlicher Schwerstarbeit mit ihren gesamten Wurzeln ausgegraben und auf Kunststoffplanen gelagert. Durch Austrocknung verlieren sie ihre Regenerationsfähigkeit und auch einiges an Volumenmasse. Außerdem können dadurch weder die Beeren noch Wurzelstücke in den Boden gelangen und werden so am Weiterwachsen gehindert. Nun muss die gesamte Biomasse aus der Fläche gebracht und als Sondermüll entsorgt werden. Im Frühsommer werden schließlich alle neu aufkeimenden jungen Kermesbeeren herausgezogen und ebenfalls auf Sammelstellen gelagert. Ziel des Projektes ist es, den ursprünglichen Zustand eines sonnenbeschienen, sehr kargen Waldbodens wiederherzustellen, erläutert Dr. Eberhard Aldinger als Vertreter der FVA, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. Über nahezu 100 Probepunkte werden alle Veränderungen der vorkommenden Bodenpflanzen erfasst und ausgewertet. Der Weißmooskiefernwald liegt auf Flächen des Landes Baden-Württemberg, der Gemeinde Reilingen und der Stadt Walldorf. Allein auf der Staatswaldfläche werden sich die Maßnahmenkosten auf fast 60.000€ belaufen. 

                                                                                                                                                Das zweite Projekt, welches in Zusammenarbeit mit dem NABU durchgeführt wird, befindet sich auf einem Sanddünenhügel, dem „Saupferchbuckel“. Hier präsentierte der NABU-Landesvorsitzende Dr. André Baumann zusammen mit dem Leiter des Kreisforstamtes, Dr. Dieter Münch die Maßnahme zur Wiederansiedlung selten gewordener Tier- und Pflanzenarten, die auf magere Sandrasenflächen angewiesen sind. Wie der Gewannname belegt, wurde auch dieser Waldbereich ehemals von den örtlichen Bauern intensiv als Weide genutzt. Hier wurden auf 0,8 Hektar alle Bäume gefällt, sämtliches Reisig mitsamt den Baumstümpfen mittels Bagger entfernt und in der Kernzone der Dünenkuppe der humose Oberboden komplett abgetragen. Zum Vorschein kam ein Sandhügel, auf dem sich nun selten gewordene typische Sandarten, wie Sandstrohblume, Sandlaufkäfer, Ziegenmelker und Heidelerche wieder ansiedeln sollen. Die Kosten des Hotspot-Projekts werden zum Großteil vom Bundes-Umweltministerium getragen; den Rest übernehmen das Land und der Naturschutzbund. Für die Freilegung der Fläche wurden bisher über 30.000 € verwendet. Die zukünftige Pflege des neu geschaffenen Lebensraums, übernimmt ForstBW gemeinsam mit dem Naturschutzbund. Diese außergewöhnliche Naturschutzmaßnahme im Wald findet im Rahmen des Projektes „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ statt und dient in besonderem Maße der Entwicklung und dem Schutz der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg - eine Aufgabe, die nicht hoch genug eingehängt werden kann, wie Minister Bonde zum Abschluss der Veranstaltung bemerkte.